Beitritt Glauburgs zum Regionalverband Rhein/Main

Verbandskammer gibt grünes Licht für Beitritt

 

Der steinerne Keltenfürst vom Glauberg mit seinem markanten Kopfschmuck hat Glauburg weit über die Wetterau hinaus bekannt gemacht. Nun soll die Gemeinde, die jedes Jahr Tausende Menschen zu ihren archäologischen Schätzen lockt, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain beitreten. So hat es die Verbandskammer in ihrer Sitzung am 1. Juli mit großer Mehrheit beschlossen. Dank dieses Neuzugangs plus dem aktuellen Anwärter Limeshain hätte der Verband bald 77 statt bisher 75 Kommunen als Mitglieder.

 

Carsten Krätschmer (SPD), Bürgermeister von Glauburg, sagt über den Entschluss: "Wir wollen Teil der Region FrankfurtRheinMain werden und mitentscheiden, wenn es um die Belange des ländlichen Raumes geht. Die östliche Wetterau ist nicht nur touristisch eine tolle Gegend mit spannenden Ausflugszielen, wie beispielsweise unserem Keltenmuseum. Hier leben natürlich auch Menschen, die Bedürfnisse haben, Arbeit brauchen und eine gute Verkehrsanbindung. Wir erhoffen uns vom Beitritt zum Regionalverband Unterstützung bei unseren Aufgaben und freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen des Verbandsgebietes."

 

Für die Verbandsseite gibt es nun viel für den Beitritt zu organisieren. Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU) dazu: "Ich freue mich sehr, dass Glauburg Mitglied bei uns werden möchte. Das spricht für die Arbeit des Regionalverbandes. Wir haben in den vergangene Monaten intensiv für einen Beitritt geworben und immer mehr Kommunen erkennen die Vorteile einer Mitgliedschaft. Das zeigt: Die Anstrengungen und der Service des Regionalverbandes und seiner kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wahrgenommen und anerkannt. Wir sind heute ein ,Dienstleistungs-Verband' und zugleich ,Lobbyist der Region'."

 

Was bringt eine Mitgliedschaft konkret? Zu den Hauptaufgaben des Verbands gehört es, den regionalen Flächennutzungsplan und einen Landschaftsplan aufzustellen und fortzuschreiben. Dies erspart den einzelnen Mitgliedern, einen eigenen kommunalen Flächennutzungsplan aufzustellen. Außerdem engagiert sich der Verband zum Beispiel in den Bereichen Mobilität, Energie, Klima, Digitalisierung und Wirtschaft. Eine regionale Radverkehrsbeauftragte und ein Streuobstbeauftrager sind Ansprechpartner für die Kommunen und vernetzen Verwaltungen sowie Fachleute.

 

Wenn alle notwendigen Genehmigungen vorliegen, wird Glauburg mit der Kommunalwahl im Frühjahr 2021 Mitglied des Regionalverbandes sein. Im September 2019 hatte der Regionalverband die Gremien aller Wetterauer Kommunen, die nicht Mitglied im Verband sind, nach Nidda eingeladen. Auf einer kleinen Messe stellte er seine Dienstleistungen vor. Anschließend fanden zahlreiche Einzelgespräche statt, die Gemeinde Limeshain beschloss Anfang des Jahres, dem Verband beizutreten, nach der Verbandskammer gab auch das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr grünes Licht.

 

Glauburg zählt knapp über 3.100 Einwohner. Die Gemeinde ist im Zuge der Gebietsreform 1971 aus den Ortsteilen Stockheim und Glauberg entstanden. Mit ihrem Beitritt wären Glauburg und Limeshain die ersten Neumitglieder seit der Gründung des Verbandes. Rouven Kötter (SPD), erster Beigeordneter des Verbands, sagt zu diesem Ereignis: "Ich freue mich sehr, dass mit Glauburg nun die zweite Gemeinde der östlichen Wetterau einen Beitritt zum Regionalverband beschlossen und die Region sie mit offenen Armen begrüßt hat. Ich bin als Vertreter der Region, aber auch als Wetterauer, nach wie vor davon überzeugt, dass die gesamte Wetterau im Regionalverband vertreten sein sollte. Wenn das Wirtschaftsministerium den Beitritt genehmigt hat, kann die Gemeinde Glauburg ab dem kommenden Jahr von den Dienstleistungen des Verbandes profitieren sowie mitreden und mitentscheiden, in welche Richtung sich unsere Region entwickeln soll."

 

Dem Regionalverband können alle Kommunen beitreten, die direkt an sein Gebiet angrenzen. Im Kreis Wetterau wären dies noch Nidda, Echzell, Ranstadt, Altenstadt und Büdingen. Wenn sich die Grenze des Verbandes durch Beitritt benachbarter Kommunen nach außen verschiebt, haben natürlich auch weitere Kommunen die Möglichkeit beizutreten.

 

 

Über den Regionalverband:

 

Im Jahr 2011 wurde mit dem vom Hessischen Landtag beschlossenen "Gesetz über die Metropolregion" der Regionalverband FrankfurtRheinMain gegründet. Sein Gebiet reicht bislang auf der Nord-Süd-Achse von Münzenberg bis Groß-Gerau und in der West-Ost-Ausdehnung von Eppstein bis Langenselbold. Hier leben in 75 Kommunen rund 2,4 Millionen Menschen. Die zentrale Aufgabe des Regionalverbandes ist es, den "Regionalen Flächennutzungsplan" zu erstellen und fortzuschreiben. Der Plan legt unter anderem fest, wo Wohn- und Gewerbeflächen zu finden sind. Ebenso sind Verkehrswege und Grünflächen eingezeichnet. Der Plan gibt auch vor, wo Windräder gebaut werden dürfen und wo nicht.

 

Viele weitere Themen bearbeiten die rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes: Sie erstellen unter anderem einen Masterplan Mobilität, unterstützen den Erhalt von Streuobstwiesen, entwickeln Digitalisierungsstrategien und schreiben das Regionale Energiekonzept fort. Der Regionalverband unterhält zudem ein Europabüro, das für die weiter gefasste Metropolregion FrankfurtRheinMain, hier leben rund 5,6 Millionen Menschen, zuständig ist. Das Büro wirbt Fördergeld ein, betreibt Lobbyarbeit für die Region in Brüssel und anderes mehr.

 

Gesteuert wird der Verband von einem zehnköpfigen Vorstand, zwei davon sind hauptamtlich tätig. Das Gremium wird von der Verbandskammer gewählt, die wiederum von den Vertretern der Mitgliedskommunen gebildet wird. Die Kammer ist das höchste Entscheidungsorgan.

(Artikel und Foto: Eigentum des Regionalverbandes)

 

Foto: Verbandsdirektor Thomas Horn (mitte) und Erster Beigeordneter Rouven Kötter (beide Regionalverband) begrüßen Bürgermeister Carsten Krätschmer (links) in der Verbandskammer